Montag, 06 September 2010
 
 
Prognose Euro-RON Q1 2009 PDF Imprimare E-mail

Europa wird 2009 eine realwirtschaftliche Rezession (Schrumpfung des BSP) durchmachen und Rumänien viel deutlicher „mitreißen“, als das zum jetzigen Zeitpunkt die meisten Analysten erwarten.


Wir prognostizieren einen regelrechten Absturz des Wachstums des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 9,1% im 3. Quartal 2008 in einen Korridor zwischen -1 bis +2% im Gesamtjahr 2009. Dieses wird die Steuereinnahmen des Staates entsprechend schmälern und das Defizit des Staatshaushaltes tendentiell erhöhen. Da weder die politische Kraft zu tiefgreifenden Sparmaßnahmen noch ausreichende finanzielle Reserven vorhanden sind, sehen wir in 2009 das Defizit der öffentlichen Haushalte auf deutlich über 4% des BIP hochschnellen. Die Europäische Kommission prognostiziert für Rumänien in 2009 ein Budgetdefizit von 3,4%, was eigentlich Sanktionen zur Folge haben müsste. Auch wenn die EU aufgrund der allgemeinen Krise auf diese Sanktionen verzichtet, wird die Überschreitung der Maastricht-Obergrenze (Defizit max. 3% vom BIP) nicht folgenlos bleiben, denn die Marktteilnehmer betrachten den RON zunehmend als „Abwertungskandidaten“ und verkaufen ihn gegen Valuta. So muß die rumänische Regierung heute für RON-Darlehen (3-Monate) um die 14% Zinsen zahlen, die Interbankenkredite (3M) liegen per 29.12.08 bei 15,34%. Die rumänische Nationalbank ist in der Klemme: Um der Wirtschaft zu helfen, müsste sie die Zinsen schnell und deutlicher als die EZB senken – dieses führte jedoch zu Inflation und Kapitalflucht. Um zur Finanzierung von Handelsbilanz- und Haushaltsdefizit genügend ausländisches Kapital anzuziehen, müsste sie die Zinsen eher erhöhen – dieses würde kreditfinanzierte Investitionen unrentabel machen und die Rezession verschärfen und verfestigen. Prognose Wechselkurs Euro-RON (1. Quartal 2009)
  • erwarteter Korridor RON/EURO: 3,90 – 4,35
  • p<20%, aber möglich: Gefahr eines „Abwertungssprungs“ auf 5:1
Für das erste Quartal 2009 prognostiziert die Hans Prömm Wirtschaftsberatung eine Anlehnung der Geldpolitik der BNR an diejenige der Europäischen Zentralbank (EZB). Das heißt, wir erwarten eine Lockerung der Geldpolitik mit weiteren Zinssenkungen. Die internationale Vertrauenskrise der Banken untereinander wird anhalten, da wir nicht glauben, dass die wichtigsten Großbanken / Finanzinstitute ihre „notleidenden Kredite“ in staatliche „Bad Banks“ auslagern und somit Transparenz schaffen können. Das betrifft auch Rumänien, da die ausländischen Banken ihre restriktive Kreditvergabe beibehalten und eher Kapital aus Rumänien abziehen werden. Handelsbilanz- und Haushaltsdefizit Rumäniens werden sich ausweiten, weil die Importe relativ zu den Exporten nur verzögert zurückgehen werden und die Regierung das Haushaltsdefizit nicht durch einschneidende Sparmaßnahmen eindämmen wird.

Dementsprechend erwarten wir im ersten Quartal 2009 eine weitere Abschwächung des RON gegenüber dem Euro in einem Korridor 3,90 – 4,35 RON / Euro. Der Euro-Dollar-Kurs wird sich weiterhin volatil zeigen und kann damit auch zu unvorhersehbaren „Ausreissern“ beim Euro-RON-Kurs führen. Berücksichtigt man alle diese Faktoren, sehen wir mit 20%iger Wahrscheinlichkeit die Gefahr eines „Abwertungssprungs“, welcher den RON innerhalb weniger Tage auf ein Niveau von 5:1 führen kann.

Den stärksten Preisverfall wird der RON jedoch unseres Erachtens gegenüber dem Gold aufweisen, dem wir im ersten Quartal 2009 gegenüber dem US-Dollar 10 - 20% Aufwertungspotential zubilligen.

Copyright: Hans Proemm Wirtschaftsberatung - 29.12.2008
 
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